
„Energiewende: Umsetzen statt abwürgen!“
Rund 40 Gäste folgten am 10. Februar 2026 der Einladung der Wunstorfer Grünen ins Küsters, um mit Sven Giegold über die Zukunft der Energiewende zu diskutieren. Der stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen sprach unter dem Titel „Energiewende: Umsetzen statt abwürgen!“ über aktuelle politische Weichenstellungen auf Bundesebene.
In seinem Vortrag warnte Giegold davor, dass die derzeitigen Pläne der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche den Ausbau der erneuerbaren Energien ausbremsen könnten. Die Energiewende sei ein Erfolgsprojekt, das konsequent fortgeführt werden müsse – sowohl aus Gründen des Klimaschutzes als auch zur Sicherung von Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und -ganz wesentlich- energiepolitischer Unabhängigkeit. Giegold wies explizit auf die 80 Milliarden € hin, die jedes Jahr für fossile Brennstoffe in die Richtung von Staaten mit repressiven Strukturen fließen und nichts zu unserer Wertschöpfung beitragen.
Als Gegenentwurf stellte Giegold die „Energiewende 2.0“ von Bündnis 90/ Die Grünen vor: mit einem beschleunigten Ausbau von Dach-Photovoltaik, Batteriespeichern, Digitalisierung (Smart Grids) und Windenergie, einer Modernisierung der Netze sowie neuen Beteiligungsmodellen wie Energy Sharing, um Bürgerinnen und Bürger stärker einzubinden. Auch die klimaneutrale Transformation der energieintensiven Industrie sei entscheidend für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Mit Blick auf Niedersachsen hob Giegold hervor, dass das 2024 verabschiedete Niedersächsische Energie-Beteiligungsgesetz den Ausbau der Erneuerbaren mit einer stärkeren kommunalen und bürgerschaftlichen Beteiligung verknüpft. Neue Windenergie- und Freiflächen-Solarprojekte schaffen dadurch zusätzliche Einnahmequellen für Kommunen und ermöglichen es den Menschen vor Ort, unmittelbar vom Ausbau zu profitieren.
In der anschließenden offenen Diskussion wurden die Thesen vertieft und auf die Situation in Wunstorf und der Region bezogen. Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Zivilgesellschaft und interessierte Bürgerinnen und Bürger brachten ihre Perspektiven ein. Deutlich wurde: Die Energiewende ist auch vor Ort ein zentrales Zukunftsthema – und der Wunsch nach konstruktivem Austausch zwischen Politik und Praxis groß. Die Wunstorfer Grünen kündigten an, den Dialog mit Akteuren aus Wirtschaft, Forschung und Bürgerschaft fortsetzen zu wollen.

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