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Keine Gernika-Straße in Großenheidorn

Pressemitteilung zur Straßenbenennung in Großenheidorn

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In der Ortsratssitzung wurde am 15.06.2022 entschieden, dass die geplante Zufahrt zum Instandhaltungshangar fürInstandhaltungshangar für Airbus “Straße der Transall” heißen soll.
Birgit Mares hatte im Vorfeld für Gernikastraße plädiert und heute folgendes Statement im Ortsrat abgegeben:

Ich bin Oberst Bette sehr dankbar, dass er sich für den Gernika-Gedenkstein auf dem Fliegerhorst bei der obersten Heerführung eingesetzt hat. Es war eine bewegende Veranstaltung mit einer Vertreterin des Bürgermeisters aus Gernika und spanischer/baskischer Presse. Ich war zweimal zum Bombadierungsgedenktag in Gernika und wurde vom dortigen Bürgermeister empfangen. Beim 80. Gedenktag war auch eine Delegation aus Dresden angereist. Dort gibt es jetzt eine Gernikastr. Ich kann die Ablehnung in Wunstorf mit der Begründung- wir haben den Stein und brauchen keine Str. benennen- nicht nachvollziehen. Auf den Fliegerhorst kommen nur besonders Befugte, nur wenige sehen den Stein. Ein öffentliches Gedenken an die Bombadierung Gernlkas durch die Legion Condor vom Fliegerhorst aus hätte ich mit der Straßenbenennung für angebracht gehalten und finde es schade, dass der Ortsrat sich nicht angeschlossen hat.

Hintergrund:

Pressemitteilung der Grünen am 08. September 2017

Am 8. September fand auf dem Fliegerhorst Wunstorf die feierliche Errichtung des Gedenksteines für die Opfer des Luftangriffes von 1937 auf die baskische Stadt Guernica/Gernika durch die „Legion Condor“ statt.

Birgit Mares, Stellvertretende Bürgermeisterin von Wunstorf und Mitglied des Stadtrates für die Grünen, begrüßt die Errichtung dieses Gedenksteines: „Wir haben nach vielen Jahren etwas erreicht. Das ist für uns ein Anfang und eine gute Grundlage, die wir als ersten, bedeutenden Schritt positiv anerkennen. Nun können und wollen wir mit allen Akteuren an einem angemessenen Gedenken an die Opfer weiterarbeiten. Für uns ist es wichtig, dass dieses nicht auf den Fliegerhorst beschränkt bleibt. Es muss ein Gedenken auch an einem öffentlichen Ort in Wunstorf geben, genauso wie eine Gernika-Straße.”

Andreas Litzke, einer der beiden Sprecher der Wunstorfer Grünen und selbst Historiker, ergänzt: „Wir wissen, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit eine sensible Sache ist, die langen Atem und geduldiges Vermitteln erfordert. Geschichte ist nie allein ein gegebenes Faktum, sondern immer auch Interpretation aus höchst unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten heraus. Daher geht das alles oft nur in kleinen Schritten. Wie sollte es auch sonst geschehen? Die Errichtung dieses Gedenksteins ist ein solcher Schritt. Wir freuen uns, dass die Bundeswehr damit erkennbar ihre Bereitschaft symbolisiert, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Wir sehen darin die Chance, nun gemeinsam weiter voran zu kommen.“

Zur Kritik an der Veranstaltung und dem Gedenkstein bemerken die beiden: „Ist nicht gerade mit dem Gedenkstein etwas erreicht worden, was so lange als fehlend beklagt wurde? Kritik, die es durchaus geben darf, muss gerecht und maßvoll bleiben. In ihr sollte das Erreichte nicht ignoriert werden, wie es einige wenige leider immer noch tun. Die Aufarbeitung der Vergangenheit kann niemand für sich allein in Anspruch nehmen. Sie braucht den Konsens aller Beteiligten. Der Blick zurück darf nicht einseitige, alte Positionen zementieren, sondern muss ein gemeinschaftliches Miteinander ermöglichen. Das braucht Zeit. Wir laden dazu ein.“

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