Klimazaun in Steyerberg

Klimazaun in Steyerberg Foto: A. Dalig

Wie kann die Energiewende gelingen?

Die weltweite Klimakrise trifft auch Norddeutschland.
Wie kann die Energiewende gelingen?
Welches sind die besten Lösungen?
Zu dem Thema hatten wir bei unserer Klausurtagung im vergangenen Jahr Jürgen Weber, ehemaliger Bürgermeister von Steyerberg zu Gast. Steyerberg ist seit 2016 die kleinste Kommune im Programm Masterplan 100% Klimaschutz.

Damals wurde ein Gegenbesuch von vereinbart, der am 13. Mai stattfand.
Dazu Reinhard Hüttermann: „Wir wollten uns vor Ort erklären lassen, wie es gelingen kann, eine Kommune Klimaneutral umzubauen. In Steyerberg ist es gelungen einen klimaneutralen und nachhaltigen Lebensraum zu schaffen. Neben der Sicherung von Flächen für Windenergie und einem Konzept zur E-Mobilität ist das Herzstück des Konzeptes die „Erschließung“ von Wärmequellen und die Bereitstellung eines Fernwärmenetzes.
Aber wie wurde das geschafft?
In diesem Fall durch das Engagement des Bürgermeisters, der Existenz von Nahwärmequellen und
Gemeinderatsmitgliederinnen, die sich von dem Konzept haben überzeugen lassen. Wichtig ist auch die Bewohnerinnen in die Planungen mit einzubinden und an einem solchen Projekt partizipieren zu lassen. Deshalb wurde zur Realisierung dieser Maßnahme 2015 eine Bürgerenergiegenossenschaft gegründet.
Als Partner haben sich dafür Bürgerinnen, eine Chemiefirma, eine Biogasanlage mit einem Blockheizkraftwerk sowie der Flecken Steyerberg zusammengefunden, um das Fernwärmeprojekt gemeinsam zu realisieren. Gleichzeitig mit dem Anschluss an das Fernwärmenetzes wird jeder kostenlos an ein Glasfasernetzgleich mit angeschlossen.
Zu Beginn des Projektes von vielen auch belächelt, kann die Energiegenossenschaft die Anschlussanfragen nicht mehr bedienen.

Rudolf Speckhan: Uns wurde auch erklärt, dass die Fernwärme allein nicht zur Erzeugung der benötigten Energie ausreicht. Windräder und Solaranlagen prägen ebenfalls das Bild der Gemeinde. Damit wurde der CO2 Verbrauch drastisch reduziert. Ein Klimabüro unterstützt Interessierte zu Fragen des Klimaschutzes, der Energieeinsparung, der Energieeffizienz, zur klimafreundlichen Mobilität, zum nachhaltigen Konsum und zur Nutzung erneuerbarer Energien“

Anne Dalig: Die Bürgerinnen können E-Busse kostenlos nutzen, am Rathaus kostenlos Strom tanken und ihr Bio-Gemüse aus dem Anbau auf Permakulturböden erwerben. Es zeigt sich, dass Klimaschutz und damit das Erreichen der gesetzten Klimaschutzziele nur mit allen gemeinsam erreicht werden kann.“

Uns wurde auch die Heizzentrale des Nahwärmenetzes gezeigt, in der die Wärmelieferungen zusammengeführt und an die Wärmeabnehmer über das Nahwärmenetz weitergeleitet werden. Zur Zentrale gehören auch ein Wärmespeicher und eine Ausfallsicherung. Wenn also nicht genügend Wärme von den Lieferanten zugeliefert werden kann, dann wird zunächst der Pufferspeicher angezapft.
Reicht auch das nicht mehr, wird mit einem Redundanzkessel auf Ölbasis nachgeholfen.
Dabei wird von einer verbleibenden Spitzenlast von 2 % ausgegangen.


Eine wichtige Frage ist, was es später kostet es jetzt nicht getan zu haben.“, so
Jürgen Weber und trifft damit auch aus unserer Sicht den Punkt. Er machte deutlich:
Klimaschutz darf kein Nischenthema sein, sondern spielt in allen politischen Themen,
ob Verkehr, Bau, Bildung oder Soziales, eine übergeordnete Rolle

Info:
Seit 01. Juli 2016 ist der Flecken Steyerberg eine Kommune im Programm „Masterplan 100 % Klimaschutz“, die kleinste von 41 Kommunen in Deutschland.
Das Ziel der Masterplankommunen ist die Reduzierung der Treibhausgase um 95 % und die Senkung des Energieverbrauchs um 50 % bis 2050 bezogen auf das Basisjahr 1990

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